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Verein Scribmeticum
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"Verein zur Unterstützung von Menschen mit Lernschwächen"
ca. 3 min Lesedauer

Forderungen von Scribmeticum an Gesellschaft, Politik und Behörden

Wir verstehen nicht, warum

……gravierenden, langandauernden Lernschwächen in Rechnen (Dyskalkulie) und Lesen/Schreiben (Legasthenie) so wenig Beachtung geschenkt wird, obwohl bis zu 10 % der Jugendlichen davon betroffen sind.

……extreme Lernschwächen in den Kulturtechniken Rechnen, Lesen und Schreiben nicht öfter als Grund für schlechte Noten in Betracht gezogen werden und die Ursache bei Lernfaulheit, mangelndem Engagement der Eltern oder schlechtem Lehrpersonal gesucht wird oder diese gar als unvermeidbar angesehen werden.

……ungeeignete Mittel zur Abhilfe, wie stundenlanges Üben/Wiederholen zu Hause, Nachhilfe oder psychologische Behandlung von Folge — Erscheinungen forciert werden, statt den Jugendlichen geeignete Lernstrategien an die Hand zu geben.

……die Schule alleine für die Betreuung der Betroffenen zuständig sein soll, obwohl es sich nur um eine (kleine) Minderheit handelt, geeignete individuelle Förderung schon aus Kapazitätsgründen unmöglich ist und auch der Lernfortschritt der Mehrheit nicht gebremst werden sollte.

……der in anderen Ländern bereits etablierte Ansatz der integrativen Lerntherapie* bei uns so gut wie unbekannt ist, obwohl in rund 80 % der Fälle nach einer Betreuung von eineinhalb bis zwei Jahren die volle Wiedereingliederung in den schulischen Lehrbetrieb möglich ist.

…… der integrativen Therapie von Lernschwächen nicht die gleiche Aufmerksamkeit — wie etwa der Logo- oder der Ergotherapie — geschenkt wird, die beide in (fast) vollem Umfang öffentlich finanziert werden.

……der Aufwand für entsprechende Betreuungsmaßnahmen, der derzeit fast vollständig von den betroffenen Eltern getragen werden muss, auch noch mit 20 % Umsatzsteuer belastet wird, während Erwachsenenbildungs-Institute umsatzsteuerbefreit sind.

……die volle Wiedereingliederung nach überschaubarer Betreuungszeit nicht als lohnende gesellschaftliche Aufgabe gesehen wird, die nicht nur den Betroffenen extrem viel hilft, sondern auch Folgekosten bei Jugendlichen ohne entsprechende Fähigkeiten nach Ende der Schulpflicht vermeidet.

Wir fordern daher im Interesse der betroffenen Familien, aber auch im Interesse der Therapeuten für die sich Ausbildung und Einsatz lohnen sollen, dass

……langandauernde gravierende Lernschwächen in Rechnen, Schreiben und Lesen (Dyskalkulie und Legasthenie) als Entwicklungsverzögerung der Jugendlichen gesehen werden, die durch geeignete Betreuung meist überwunden werden können.

……Lerntherapie — und hier besonders die integrative — in Österreich die entsprechende fachliche Anerkennung erfährt und klar von Nachhilfe, Übungsklassen oder Jugendpsychiatrie abgegrenzt wird.

……sich die Schulbehörden emotionslos damit beschäftigen, was die Schule für jene Schülerinnen und Schüler mit diagnostizierten Lernschwächen leisten kann und was effektiver und günstiger von privaten Einrichtungen, die auf diese speziellen Schwächen durch Anwendung von systematischen Therapien spezialisiert sind, erbracht werden soll.

……die Kooperation zwischen Lehrer/innen, Sonderpädagogen, Eltern und externen Therapeuten entsprechend institutionalisiert wird und die speziellen Rollen klar definiert werden.

……der ohnehin schon hohe Bedarf für (wöchentliche) individuelle Betreuung nicht noch zusätzlich durch 20 % Umsatzsteuer belastet wird, weil Jugendbildung speziell im Volksschulalter mindestens so wichtig wie Erwachsenenbildung ist!

……schlüssige Daten über Verbreitung des Phänomens der gravierenden Lernschwächen in Mathematik und Deutsch österreichweit erhoben werden, die Betreuungsmaßnahmen laufend evaluiert und die Ergebnisse veröffentlicht werden.

……endlich entsprechende (öffentliche) Mittel zur Verfügung gestellt werden, die möglichst unbürokratisch direkt den betroffenen Jugendlichen zugutekommen.

*Integrative Lerntherapie basiert auf einer profunden Diagnose, verfolgt einen, darauf aufbauenden, individualisierten Therapieplan im Wochenrythmus, der Bestandteile aus anderen Therapieverfahren –
wie zum Beispiel Gesprächs-, Spiel-, Familien- oder Ergotherapie — als auch Konzentrationstraining und Entspannungsübungen unter Integration von Eltern und Schule vereint.

Den gesamten Forderungskatalog können Sie hier als PDF downloaden.